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Wer seine Garten- und Bioabfälle sinnvoll wiederverwerten möchte, für den ist ein eigener Kompost die ideale Lösung. Denn bei der Kompostierung werden die Abfälle von Mikroorganismen zersetzt und es entsteht ein natürlicher, selbst hergestellter Dünger, der in Fachkreisen auch als „Schwarzes Gold“ bezeichnet wird.

Wir erklären, wie Sie einen Kompost richtig anlegen, welche Abfälle sich zum Kompostieren eignen und was zu tun ist, wenn der Kompost Probleme bereitet. Plus: Extra-Tipps, mit denen Sie zum wahren Kompost-Profi werden.

Wie funktioniert Kompostierung?

Die Kompostierung ist eine gute und kostengünstige Möglichkeit, Bioabfälle sinnvoll wiederzuverwerten, quasi ein Recycling von Abfällen. Bei der Kompostierung werden Grün- und Haushaltsabfall, wie zum Beispiel Kartoffelschalen oder Laub, von Millionen von Mikroorganismen zersetzt. Letztere verwandeln die Abfälle in wertvollen und äußerst nährstoffreichen Humus. Dieser kann dann wiederum zum Düngen von Pflanzen oder als Blumenerde verwendet werden. Nachfolgend werden die vier Phasen der Kompostierung von organischem Material beschrieben.

1. Phase: Vorrotte

In dieser Phase werden zunächst die leicht abbaubaren Stoffe verarbeitet, wodurch sich die Mikroorganismen sehr schnell vermehren. Durch die Abbauprozesse steigen die Temperaturen in dieser Phase des Kompostierungsprozesses sehr schnell auf 40 °C bis 50 °C an.

2. Phase: Heißrotte

Bei der Heißrotte steigen die Temperaturen je nach verwendeten Materialien auf bis zu 70 °C an. Immer mehr Mikroorganismen bauen Materialien immer schneller ab. In dieser Phase werden außerdem eventuell schädliche Keimlinge und Unkraut abgetötet. Mit steigenden Temperaturen sterben allerdings auch immer mehr Mikroorganismen der ersten Phase ab. Wärmeliebende Pilze bauen schwer abbaubare Stoffe ab.

3. Phase: Hauptrotte/Umbauphase

In der Hauptrotte sinken die Temperaturen allmählich wieder und die Arbeit der Mikroorganismen verlangsamt sich. In dieser Phase werden vor allem schwer zersetzbare Materialien wie Holz abgebaut. Der Kompost erhält eine braune Farbe.

4. Phase: Nachrotte

In dieser Phase entsteht der Humus. Der Kompost kühlt ab und die Temperaturen sinken auf etwa 30 °C. Nun besiedeln Würmer oder Asseln den Kompost. Diese Phase wird auch als Reifephase bezeichnet.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Wer in seinem Garten eine Eigenkompostierung beginnen möchte, steht zunächst vor der Entscheidung, welches Verfahren für die eigenen Anforderungen und das Platzangebot im Garten das richtige ist. Dabei stehen verschiedene Varianten zur Auswahl:

  1. Komposthaufen
  2. Der Komposthaufen ist wohl die klassischste Variante der Kompostierung im eigenen Garten. Dabei handelt es sich um eine offene Kompostierung. Der Platzbedarf für einen Komposthaufen ist größer als bei den nachfolgenden, geschlossenen Varianten, allerdings ist der Komposthaufen einfach und unkompliziert in der Handhabung: Einfach Materialien aufschichten und mit ein wenig Pflege erhalten Sie innerhalb einiger Monate nährstoffreichen Humus.

  1. Schnellkomposter
  2. Schnellkomposter ermöglichen geschlossene Kompostierung. Sie eignen sich vor allem bei geringem Platzangebot. Praktisch an diesen Modellen ist die Entnahme- und Einfüllklappe. Tipp: Achten Sie auf ein Fassungsvermögen von mindestens 200 Litern. Anderenfalls kann die Rotte nicht effektiv ablaufen. Verzichten Sie möglichst auf Modelle aus verzinktem Metall. Dieses Material könnte sich bei Korrosion lösen und den Kompost so verunreinigen.

  3. Thermokomposter
  4. Der Thermokomposter ist ein durchdachtes System: Die Belüftungsschlitze sind so platziert, dass stets eine ideale Durchlüftung gewährleistet ist. Zudem sind die Wände gedämmt, damit die Rotte im Innern auch bei niedrigen Außentemperaturen effektiv weiterläuft. Diese Komposter eignen sich jedoch aufgrund ihres häufig geringen Volumens eher für kleine Kompostmengen.

  5. Rollende Komposter
  6. Diese neue Variante des geschlossenen Komposters kann einfach dahin gerollt werden, wo die Bio- und Gartenabfälle anfallen. Durch das Rollen werden die Materialien stets gut durchgemischt und umgewälzt – ideal für effektive Zersetzungsprozesse. Plus: Ist es einmal zu sonnig oder schattig, lässt sich der Rollkomposter ganz leicht an einen besser geeigneten Standort versetzen.

Den richtigen Standort für Komposter & Komposthaufen auswählen

Ideal ist ein windgeschützter Standort im Halbschatten, zum Beispiel unter einem Baum. So ist der Kompost vor der prallen Sonne geschützt, die dazu führen würde, dass der Kompost austrocknet und die natürlichen Verrottungsprozesse gestört werden. Der ideale Standort bietet außerdem Schutz vor Regen, damit der Komposthaufen nicht komplett durchnässt wird. Wichtig ist es auch, den Komposthaufen nicht auf Stein oder Asphalt zu errichten, sondern auf Erde. So können Lebewesen wie Würmer problemlos von unten in den Komposthaufen eindringen und die Zersetzungsprozesse im Innern antreiben. Achten Sie beim Standort zudem darauf, dass Sie diesen mit Schubkarre und Co. leicht erreichen.

Abfall auswählen: Was darf auf den Kompost & was nicht?

Grundsätzlich eignen sich alle pflanzlichen Garten-, Küchen- und Grünabfälle zum Kompostieren. Folgende Tipps bei der richtigen Auswahl des Kompostguts sollten Sie jedoch beherzigen:

  • Ideal sind Gemüsereste, Kartoffelschalen, Kaffeesatz, eingegangene Topfblumen, Rasenschnitt oder auch Kleintierstreu.
  • Zitrusfrüchte und Bananenschalen sind mit Vorsicht zu genießen: Ihre Schalen sind häufig mit Pflanzenschutzmittel behandelt. Daher dürfen nur Biofrüchte kompostiert werden und diese nur in Maßen.
  • Vorsicht bei Asche: Kompostieren Sie nur Asche von unbehandeltem Holz und nur lagenweise sowie in kleinen Mengen.
  • Ein absolutes No-Go sind gekochte oder gebratene Essensreste. Diese locken ungeliebte Gäste wie Ratten an.

Folgende Tabelle fasst zusammen, welche Abfälle Sie bedenkenlos kompostieren können, welche nur in Maßen und welche in den Restmüll gehören:

Bedenkenlos In Maßen Ungeeignet
Gartenabfälle

(Laub, Grünschnitt, Rasenschnitt, Gehölzschnitt, eingegangene Blumen)

Unkraut

(wenn es noch nicht blüht)

Wurzelunkraut
Küchenabfälle

(wie Obst- und Gemüsereste, Kartoffelschalen, Kaffeesatz, Eierschalen

Holzasche von unbehandeltem Holz

(lagenweise)

Prospekte
Zitrusfrüchte/Bananen

(nur bio)

Trockenes Brot Grillkohle
Giftpflanzen Gebratene/gekochte Essensreste

(Rattengefahr!)

Papier/Pappe Öle
Haustierkot
Grobes Gehölz
Restmüll

Material zerkleinern

Um den Mikroorganismen die Zersetzung der Materialien so einfach wie möglich zu machen, sollten Sie große Äste und Zweige zerkleinern, bevor sie auf dem Kompost landen. Denn hier gilt: Je kleiner und feiner das Material, desto schneller wird es zersetzt. Zum Zerkleinern reicht meist eine handelsübliche Gartenschere. Alternativ können Sie sich einen Häcksler zulegen.

Den Kompost anlegen & richtig befüllen

Um einen möglichst nährstoffreichen Humus zu erhalten, gibt es einige Regeln, an die Sie sich bei der Materialauswahl für Ihren Kompost und beim Befüllen halten sollten.

Das sogenannte C/N-Verhältnis spielt für eine erfolgreiche Kompostierung eine große Rolle. Dieses Verhältnis von kohlenstoffhaltigen zu stickstoffhaltigen Materialien sollte idealerweise zwischen 15:1 und 20:1 liegen. Liegt es darunter oder darüber, haben die Bakterien entweder zu viele oder zu wenige Nährstoffe und die Rotte kommt schlimmstenfalls zum Erliegen.

Neben der Grundregel, nur organische Garten- und Bioabfälle zur Kompostierung zu nutzen, ist es daher besonders wichtig, auf eine ausgewogene Mischung aus weichen und harten sowie groben und feinen Materialien zu achten. Die unterschiedlichen Materialien werden dann schichtweise im Kompost angesetzt:

  1. Die erste Schicht (ca. 30 cm) sollte aus grobem Material bestehen. Dazu zählen beispielsweise Baumschnitt, zerkleinerte Äste oder Heckenschnitt. Diese Schicht wird direkt auf den Boden aufgebracht und bietet Klein- und Kleinstlebewesen die idealen Bedingungen, in den Kompost einzudringen und die Zersetzungsprozesse zu starten.
  2. Als zweite Schicht (ca. 10 cm) folgen dichtere Materialien. Diese Schicht dient dazu, den Kompost zu „impfen“, ihn also mit Mikroorganismen zu versorgen. Diese bringen wiederum die Rotte in Gang. Hierzu eignen sich vor allem fertiger Kompost, Gartenabfälle, kleine Äste sowie Gartenerde.
  3. Nun folgt eine Schicht (ca. 30 cm) aus kleinen Ästen, Laub sowie Garten- und Bio-Abfällen, die Sie kompostieren.
  4. Fahren Sie mit dem abwechselnden Schichten von Abfällen aus Garten sowie Küche und Gartenerde bzw. fertigem Kompost fort, bis eine Höhe von etwa 1,20 m erreicht ist.
  5. Die letzte Schicht dient dazu, den Kompost abzudecken. Nutzen Sie zur Abdeckung Stroh, Rasenschnitt oder Laub.

Unser Tipp: Mischen Sie kohlenstoffhaltige Materialien wie Stroh, Laub und Zeige sowie stickstoffhaltige Materialien (beispielsweise Gemüsereste, Gras- und Grünschnitt) schon vor dem Schichten miteinander.

Kompost umsetzen

Nach einigen Monaten sollte der Kompost um etwa zwei Drittel geschrumpft und halb verrottet sein. Dann ist der ideale Zeitpunkt, ihn umzusetzen. Dazu können Sie den Kompost im selben Kompostbehälter umsetzen. Am einfachsten ist es allerdings, den Kompost in einen zweiten Komposter umsetzen und dort quasi neu aufzusetzen.

Dazu dient das Umsetzen: Beim Umsetzen werden die inneren Schichten nach außen, äußere nach innen, untere nach oben und obere nach unten getragen. So wird der Kompost gut durchlüftet und Mikroorganismen werden mit frischem Sauerstoff versorgt. Die Rotte wird nochmal ordentlich angetrieben. Beim Umsetzen zeigt sich, ob der Kompost eventuell zu trocken oder zu feucht ist und Sie gegebenenfalls weitere trockene bzw. feuchte Materialien einarbeiten müssen.

So funktioniert‘s: Werfen Sie den Kompost schichtweise auf ein Sieb. Feine Materialien und bereits fertiger Kompost fallen hindurch, gröbere Materialien bleiben auf dem Sieb liegen. Diese können wieder auf den Kompost und bilden die neue unterste Schicht. (Siehe Abschnitt Kompost sieben.)

Zusätze einsetzen

Wenn Sie auf eine ausgewogene Mischung des Kompostmaterials geachtet haben, also harte und weiche sowie grobe und feine Materialien verwenden, sind in der Regel keine Zusätze nötig. Auch auf Kompoststarter oder -beschleuniger können Sie dann verzichten. Allerdings können Sie die Rotte beschleunigen, indem Sie einige Schaufeln bereits fertigen Kompost untermischen. Die darin enthaltenen Kleinstlebewesen und Mikroorganismen treiben die Zersetzung an.

Ihnen geht es dennoch nicht schnell genug? Dann können Sie ganz einfach selbst Bio-Kompostbeschleuniger herstellen. Dazu benötigen Sie:

  • einen Würfel frische Hefe
  • 1kg Zucker
  • lauwarmes Wasser
  • eine Gießkanne

Die genaue Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie in unserem Ratgeber Kompost beschleunigen.

Kompost sieben

Nicht alle Materialien im Kompost verrotten gleich schnell. Daher ist es ratsam, den Kompost im Frühjahr vor dem Ausbringen auf die Beete zu sieben. Ziel ist es hierbei, den fertigen, feinen Kompost von noch nicht vollständig zersetztem Material zu trennen. Feinkrümeliger Kompost ist ideal für Blumenbeete, Ziersträucher und Pflanzen mit kleinen Saaten. Hier würden bei zu grobem Kompost zu große Zwischenräume im Erdreich entstehen, wodurch die Wurzelbildung der Jungpflanzen und Blumen gehemmt wäre und Wurzeln keinen Halt in der Erde finden würden.

Ein Kompostsieb können Sie ganz einfach selbst bauen. Alles was Sie dazu benötigen sind ein Holzrahmen und Rechteckdraht mit ca. 10 mm bis 15 mm Maschenweite.

Das Sieb können Sie dann entweder auf einen extra Komposthaufen für feines Material legen oder auf die Schubkarre. So können Sie den feinen Kompost direkt zum Beet oder zum Zielort transportieren. Und so sieben Sie den Kompost: Geben Sie den Kompost schaufelweise auf das Sieb. Feine Bestandteile rieseln durch, grobe bleiben hängen. Die groben Materialien können Sie erneut auf den Kompost geben und so wieder dem weiteren Zersetzungsprozess zuführen. Oder Sie beginnen einen neuen, zweiten Kompost.


Tipp: „Impfen“ Sie diesen neuen Kompost mit nährstoffreichem, fertigem Kompost und geben Sie der Rotte so eine Starthilfe.

Tipps: Darauf sollten Sie beim Kompostieren achten

Alle Prozesse im Kompost beeinflussen sich gegenseitig: Die Rotte funktioniert nur dann, wenn Feuchtigkeit, Temperatur, verwendete Materialien und Nährstoffgehalt stimmen. Auf die folgenden Werte sollten Sie daher besonderes Augenmerk legen:

Feuchtigkeit

Als Faustregel gilt: Der Kompost sollte nur so feucht sein, wie ein ausgedrückter Schwamm. Übermäßige Feuchtigkeit aber auch Trockenheit sollten unbedingt vermieden werden, damit die Rotte optimal abläuft und nicht zum Erliegen kommt. Denn: Ist der Kompost zu feucht, kann er im schlimmsten Fall zu faulen beginnen (Siehe Abschnitt Typische Probleme der Kompostierung angehen). Um dem vorzubeugen, ist auf eine ausgewogene Schichtung verschiedener Materialien zu achten. Bei zu feuchtem Kompost hilft nur Umsetzen oder das Untermischen von trockenen Materialien. Ist starker Regen gemeldet, sollte der Kompost mit Stroh oder Schilf abgedeckt werden, damit nicht zu viel Feuchtigkeit eindringt. Auch das Gegenteil ist für den Kompost suboptimal: An besonders heißen Tagen sollten Sie den Kompost deshalb zusätzlich wässern.

Temperatur

Die richtige Temperatur ist ebenfalls ein wichtiger Faktor bei der erfolgreichen Kompostierung. Die Temperatur hängt immer von der Materialzusammensetzung ab. Vor allem zu Beginn der Rotte sind die Temperaturen mit bis zu 80 °C meist besonders hoch. Doch Achtung: Ein zu heißer Kompost ist nicht mehr effektiv und zu hohe Temperaturen können dazu führen, dass Mikroorganismen absterben. Als ideale Temperatur gelten in der Regel 60 °C bis 70 °C. In diesem Bereich werden schädliche Keimlinge abgetötet und Mikroorganismen und Kleinstlebewesen sind am aktivsten.

Sauerstoff

Um die organischen Materialien abzubauen, benötigen Mikroorganismen Sauerstoff. Daher sollte bereits beim Anlegen des Komposts auf eine ausgewogene Schichtung von harten, weichen, groben und feinen Materialien geachtet werden. Besonders wichtig ist es, keine zu dichten Schichten anzulegen. Durch sie kann kein Sauerstoff mehr ins Innere des Komposthaufens gelangen und die Bakterien und Mikroorganismen sterben ab. Die Rotte kommt zum Erliegen und im schlimmsten Fall beginnt der Kompost zu faulen.


Tipp: Mischen Sie feine und grobe Materialien miteinander. So kommt ausreichend Sauerstoff ins Innere und die Mikroorganismen haben genug zu tun.

Nährstoffe & Mikroorganismen

Damit die Mikroorganismen stets genug Arbeit haben, ist auf eine gute Nährstoffversorgung zu achten. Diese ist nur gegeben, wenn das C/N-Verhältnis eingehalten wird und Materialien sorgfältig aufgeschichtet werden (Siehe Abschnitt Den Kompost anlegen). Wird der Kompost zu dicht oder bilden sich durch zu grobe Materialien zu große Zwischenräume, hilft es, den Kompost umzusetzen, Materialien zu zerkleinern und eventuell fehlende Materialien hinzuzufügen.

Typische Probleme der Kompostierung angehen

Zwar ist ein Komposthaufen eine praktische Möglichkeit, Grün- und Bioabfälle zu entsorgen und später weiterzuverwenden, allerdings gibt es auch beim Kompostieren einiges zu beachten. Anderenfalls drohen Schimmelbildung, Fäulnis oder sogar eine Rattenplage. Wir haben die häufigsten Probleme bei der Kompostierung zusammengetragen und geben Tipps, wie Sie diese Problemszenarien vermeiden können.

Schimmel im Kompost

Schimmelbildung auf dem Kompost ist nicht immer ein Problem, denn Schimmelbakterien kommen auch im Garten und Abfällen vor und sind sogar ein wichtiger Bestandteil des Kompostierungsprozesses. Problematisch wird es jedoch bei zu starkem Schimmelbefall. Dieser ist häufig ein Hinweis darauf, dass Ihr Kompost zu feucht ist und Sie zu viele feuchte Materialien eingeschichtet haben.

Grundsätzlich müssen Sie gegen starken Schimmelbefall nichts unternehmen. Das Problem sollte sich nach einiger Zeit durch die Zersetzungsprozesse von selbst erledigen. Sie können den Komposthaufen allerdings umschichten, teilweise abtragen und trockene Materialien einfüllen, die Sie mit dem zu feuchten Kompost vermischen. So wird das Feuchtigkeitsmilieu in Balance gebracht und Prozesse können wieder effektiver ablaufen.

Der Kompost stinkt

Ein weiteres Problem, das durch zu viel Feuchtigkeit entstehen kann, ist Fäulnis im Kompost. Dieses Problem ist leicht an einem faulen Geruch zu erkennen, denn ein gut funktionierender Kompost stinkt nicht. Grundsätzlich ist Wasser absolut notwendig, damit die Zersetzungsprozesse im Kompost überhaupt stattfinden können. Zu viel Feuchtigkeit, etwa durch starken Regen oder zu feuchte Abfälle wie Rasenschnitt, kann jedoch dazu führen, dass der Kompost „kippt“ und anfängt, faul zu stinken. Eine zu geringe Sauerstoffzufuhr durch zu stark verdichtetes oder zu stark verkleinertes Kompostmaterial kann ebenso zu unangenehmem Gestank führen.

Die Lösung ist ein gründliches Vermengen und Umschichten des Kompostinhalts, um wieder Sauerstoff zuzuführen und die Prozesse zu stabilisieren. Auch das Beimischen von trockenen Materialien wie Stroh oder geschnippelter Pappe wird empfohlen. Schnelle Abhilfe gegen den Geruch schafft eine Schicht Kalk, Steinmehl oder Sand, die Sie dünn auf den Kompost aufbringen. Diese Materialien saugen die Feuchtigkeit gut auf.

Ratten im Kompost

Ratten werden vor allem von weiterverarbeiteten, übriggeblieben Essensresten angelockt. Ein Beispiel hierfür ist Gebratenes. Diese Essensreste sollten daher nicht auf den Kompost gegeben werden. Abhilfe schafft hier nur ein Entfernen der Essensreste. Haben die Ratten keine Nahrung mehr, wird Ihr Kompost schnell uninteressant. Auch ein Auslegen von Ködern kann helfen.

Unkraut im Kompost

Auf Ihrem Komposthaufen wächst Unkraut? Dann haben Sie vermutlich bereits blühendes Unkraut zum Kompostieren verwendet. Eine weitere Ursache für Unkraut kann eine zu geringe Temperatur im Komposter sein, die nicht ausreicht, damit Unkrautsamen absterben. Entfernen Sie das Unkraut und schichten Sie den Kompost um, um das Problem zu beseitigen. Um erneutem Unkrautwuchs vorzubeugen, können Sie Kompostbeschleuniger verwenden. Dieser führt in kurzer Zeit zu einer starken Wärmeentwicklung und tötet so im besten Fall verbliebene Unkrautsamen ab.

Die Rotte kommt zum Erliegen

Ein gut funktionierender Komposthaufen zersetzt die Abfälle und sollte nicht immer weiter und weiter wachsen. Gründe für einen ineffektiven Kompost gibt es einige:

  1. Das falsche Kompostgut: Achten Sie darauf, nur organische Abfälle zu verwenden und feuchte und trockene Abfälle bunt gemischt zu schichten.
  2. Kompost ist zu nährstoffreich/nährstoffarm: Unterschiedliche Materialien und Abfälle sind unterschiedlich reich an Nährstoffen. Grundsätzlich sind weiche Abfälle nährstoffreicher und leichter zu zersetzen als harte, die in der Regel nährstoffarm sind. Achten Sie also darauf, weiches und hartes Material gut gemischt zu verwenden, damit die Mikroorganismen genug zu tun haben.
  3. Schlechte Belüftung: Ist der Kompost schlecht belüftet, kommen die Zersetzungsprozesse im schlimmsten Fall zum Erliegen. Lockern Sie das Kompostgut zwischendurch immer mal wieder auf und vermengen Sie es. Auch das Abwechseln von weichem und hartem Kompostgut beim Schichten ist enorm wichtig.
  4. Falscher Standort des Komposters: Sowohl ein zu sonniger als auch ein zu feuchter Standort können dazu führen, dass die Rotte zum Erliegen kommt. Setzen Sie den Kompost um und geben Sie trockenes bzw. feuchtes Material dazu.

Wann ist der Kompost fertig

In der Regel können Sie nach etwa vier bis sechs Monaten mit sogenanntem Frischkompost rechnen. Dieser ist eher grob, nährstoffreich und kann als Mulch verwendet werden.

Fertigen Kompost erhalten Sie nach circa acht bis zehn Monaten, wenn über den Sommer kompostiert wurde. Denn: Im Winter macht der Kompost Pause. Dann kann die Kompostierung auch mal länger dauern.

Reifen Kompost erkennen Sie daran, dass die Bestandteile zu dunklem, weichem, krümeligem Humus geworden sind, der nach Waldboden riecht. Teilweise befinden sich in fertigem Kompost noch gröbere, nicht ganz verrottete Materialien. Diese können Sie einfach entfernen oder aussieben und zurück auf den Komposthaufen geben.

Mit der Zeit verliert der fertige Kompost seine Nährstoffe. Daher gilt: Schnell verwenden und den Pflanzen etwas Gutes tun!

Unsere Extra-Tipps

Ein gut funktionierender Komposthaufen zersetzt die Abfälle und sollte nicht immer weiter und weiter wachsen. Gründe für einen ineffektiven Kompost gibt es einige:

  1. Unter dem Kompost Drahtgitter auslegen. So verhindern Sie, dass Nager von unten in den Kompost eindringen.
  2. Kompost zwischendurch immer mal wieder durchmischen und auflockern. So wird eine gute Sauerstoffversorgung gewährleistet, die für eine erfolgreiche Kompostierung zwingend notwendig ist.
  3. Sehr feuchte Bioabfälle sollten Sie immer in Papier oder Zeitung einwickeln, bevor sie auf den Kompost gegeben werden. So wird Fäulnis und starkem Schimmelbefall vorgebeugt.
  4. Verrottungsbeschleuniger oder Kompostbeschleuniger – eine Mischung aus Zucker und Hefe – sind eine ökologische und ideale Möglichkeit, die Zersetzung der Materialien und Wärmeentwicklung zu beschleunigen.
  5. Um Ihren eigenen Dünger herzustellen, können Sie ausschließlich weiches, nährstoffreiches Kompostgut verwenden. Dadurch entsteht ein besonders nährstoffreiches Endprodukt, ideal zum gezielten Düngen, allerdings absolut ungeeignet als normaler Boden.
  6. Besonders im Frühjahr, wenn Ihre Pflanzen in der Wachstumsphase sind, lohnt sich die Düngung mit selbst hergestelltem Humus. Achten Sie darauf, den Kompost möglichst flach aufzubringen.
  7. Nicht alle Pflanzen vertragen Kompost: Besonders Heidelbeeren, Erdbeeren oder Lavendel vertragen den nährstoffreichen Humus nicht.

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Grundsätzlich eignen sich alle pflanzlichen Garten-, Küchen- und Grünabfälle zum Kompostieren. Grobe Materialien wie Äste sollten zuvor allerdings zerkleinert werden. Achten Sie zudem auf eine ausgewogene Mischung von harten, weichen, groben und feinen Materialien.

Um schnell zu kompostieren, sollten Sie auf eine ausgewogene Mischung und Schichtung von feinen, groben, weichen und harten Materialien achten. So haben die Mikroorganismen immer genügend Nahrung und die Rotte kann effektiv voranschreiten. Um Ihrem neu aufgesetzten Kompost Starthilfe zu geben, können Sie ihn mit fertigem Kompost „impfen“.

Auch sogenannte Kompostbeschleuniger können die Rotte zusätzlich vorantreiben. Jedoch gilt hier nicht „viel hilft viel“. Stattdessen sollten Sie Ihrem Kompost ausreichend Zeit geben, die organischen Stoffe ganz natürlich zu verwerten. Nur so erhalten Sie nährstoffreichen und brauchbaren Humus.

Folgende Küchenabfälle eignen sich ideal zur Kompostierung: Gemüse- und Obstreste Kartoffelschalen, Brotreste, Kaffeesatz und -filter, Eierschalen (in geringen Mengen und zerkleinert), Reste von Zitrusfrüchten nur in Maßen. Gekochte und gebratene Essensreste hingegen haben nichts auf dem Kompost verloren.

Nicht für den Kompost geeignet sind gebratene und gekochte Essens- bzw. Fleischreste (Rattengefahr!), Restmüll, Milchprodukte, Windeln, Katzenstreu, Öle, farbige Prospekte und Grillkohle.

Das hängt von der Art des Komposters ab. Kommt ein offener Komposthaufen zum Einsatz, können Sie nach etwa acht bis zehn Monaten mit fertigem Kompost (Humus) rechnen. Geschlossene Schnellkomposter ermöglichen aufgrund der geringeren Kompostmenge eine raschere Kompostierung.

Beim erfolgreichen Kompostieren sollten Sie einige Punkte beachten, um nährstoffreichen Humus zu erhalten:

  1. Den ideale Standort
  2. Die richtige Auswahl der Materialien
  3. Ideale Umgebung: Auf Feuchtigkeit, Nährstoffgehalt, Temperatur achten.
  4. Regelmäßiges Umsetzen
  5. Rattenbefall, Fäulnis und Austrocknen vermeiden
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